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Die Herstellung von Pflanzenölen
Ebenso wie die Ausgangsstoffe entscheidet auch die Herstellung von Ölen über ihre Qualität. Ausschließlich kaltgepresste Öle aus 1. Pressung kommen für die Verwendung in der Naturheilkunde in Frage, denn nur in ihnen sind die wertvollen Inhaltsstoffe erhalten geblieben.
 
Raffinierte Öle sind grundsätzlich nicht geeignet. Zum einen werden sie mit Druckverfahren gepresst, die derart hohe Temperaturen erzeugen, dass die empfindlichen mehrfach ungesättigten Fettsäuren zerstört werden. Zum anderen wird, um eine möglichst hohen Ölertrag zu erhalten, oftmals das Lösungsmittel Hexan verwendet. Hexan ist für Menschen zwar ungefährlich, kann jedoch bei Hunden und Katzen zu schweren Allergien führen und ist daher grundsätzlich zu meiden.
 
Geschichte der Ölpressung
Schon in der Antike waren Hilfsmittel zur Ölpressung bekannt. Es wurden insbesondere Hebelpressen und Stampfmühlen benutzt. Um eine umfassende Weiterentwicklung machte sich Leonardo da Vinci in der Renaissance verdient. Viele der ersten Ölpressen gehen auf seine Entwürfe zurück. Zum Betrieb dieser Pressen wurden damals Pferde, Ochsen, Esel und sogar Hunde eingesetzt. Sie bewegten schwere Eisen- oder Steinräder, mit denen die Ölsaat zerkleinert wurden. Mit Schraubenpressen wurde so das Öl aus dem zerkleinerten Saatgut heraus gepresst.
 
Die Kaltpressung
Grundsätzlich wird bei der Kaltpressung die Ölsaat nicht mit Wärme vorbehandelt. Im optimalen Falle werden die Saaten anschließend nur mit so geringem Druck gepresst, dass keine Temperaturen über 40° C entstehen. Um eine bestimmte Menge kaltgepresstes Öl zu erhalten, benötigt man ein Vielfaches mehr an Rohstoff als bei konventioneller Pressung (raffiniertes Öl). Bei der Kaltpressung werden lediglich die einfacher verfügbaren Fette herausgelöst.
 
Nach der Pressung
Nach dem Pressen werden die Öle gefiltert und getrocknet. "Getrocknet" bedeutet, dass dem Öl minimale Mengen an natürlich vorkommendem Wasser entzogen werden. Die Haltbarkeit kaltgepresster Öle ist kürzer als die raffinierter Öle. Da jedoch in kaltgepressten Ölen der Anteil von Vitamin E deutlich höher ist, wirken sich dessen antioxidative Eigenschaften wiederum positiv auf die Haltbarkeitsdauer aus. Kaltgepresstes Öl kann Trübstoffe enthalten. Diese setzen sich am Flaschenboden ab. Diese Trübstoffe haben zu Unrecht ihren schlechten Ruf - denn gerade sie zeugen von besonders schonender Verarbeitung.
 
Lagerung
Kalt gepresste Öle sollten immer dunkel und kühl gelagert werden, da Licht und Wärme die größten Feinde hochwertigen Öls sind. Sie beschleunigen die Reaktion mit Luftsauerstoff. Um diese zu vermeiden, sind sie Ölflaschen auch grundsätzlich gut verschlossen aufzubewahren. Nur so bleiben die wertvollen Fettsäuren und der Gehalt an natürlichem Vitamin E erhalten.
 
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