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Bierhefe
„Brauereien sind die vornehmesten Apotheken“ sagte Dr. J. F. Heckel 1725 und reihte sich damit in die Reihe der Ärzte ein, die seit Jahrtausenden die immense Heilkraft der Bierhefe beschreiben. Bereits in Mesopotamien und im Alten Ägypten wurde sie – damals noch als „Schlamm“ oder „Bodensatz“ der Biererzeugung bezeichnet - als Heilmittel eingesetzt. Im bekannten Papyrus Ebers (1555 v. Chr.) wurde bereits beschrieben, dass Bierhefe zu höherem Alter und zur Linderung der unterschiedlichsten Hauterkrankungen eingesetzt wurde. Die dort festgehaltenen Rezepturen sind zum Teil mehr als 5000 Jahre alt. Auch Hippokrates, Paracelsus, Sebastian Kneipp und Hildegard von Bingen wussten um die Kraft der Bierhefe – lange bevor die Hefe selbst unter dem Mikroskop erstmalig sichtbar wurde.

Bierhefe – Was ist das?
Bierhefe sind kugelige, einzellige Hefepilze, die zur Gattung Saccharomyces gehören. Es handelt sich dabei um Kleinstlebewesen, die sich durch Sprossung vermehren. Da die Bierhefen als Kleinstlebewesen erst bei 800-facher Vergrößerung sichtbar werden, konnte erst Louis Pasteur sie mit Erfindung des Mikroskops eindeutig nachweisen. Echte Bierhefe gedeiht auf sehr hochwertigem Nährboden. Als Nährflüssigkeit dienen die aus Braumalz gewonnenen Einfachzucker wie Maltose und Dextrin. Sie ist nicht zu verwechseln mit Futtermittelhefe. Diese wird auf Abfall aus der Zellusloseindustrie gezogen und hat außer einem hohen Eiweißgehalt wenig zu bieten. Um ein Bierhefe-Trockenprodukt herzustellen, wird der ursprünglich flüssigen Bierhefe aus der Brauerei die Flüssigkeit vollständig entzogen. Durch die dabei entstehende Hitze sterben zugleich die Zellwände ab, wodurch die Inhaltsstoffe anschließend frei vom Körper aufnehmbar vorliegen.

Inhaltsstoffe der Bierhefe
Getrocknete Bierhefe enthält 16 Aminosäuren (und ist damit ein wichtiger Lieferant von hochwertigem tierischen Eiweiß), sowie 15 verschiedene Mineralien und Spurenelemente, u.a. das wichtige Antioxidans Selen. Weiterhin enthält sie mehr Vitamine des B-Komplexes als jedes andere natürliche Nahrungsmittel. Bierhefe ist äußerst fettarm, cholesterinfrei und hat einen niedrigen Natriumgehalt. Daneben verfügt Bierhefe auch über einen nennenswerten Gehalt an Lezithin, einer fettähnlichen Substanz, die für die Konzentrationsfähigkeit von besonderer Bedeutung ist, da Lezithin die chemischen Vorstufen des Hirnbotenstoffes Acetylcholin enthält.

Auszug einer Durchschnittsanalyse je 100g Bierhefe getrocknet:

Vitamine
Vitamin E: 0,1 mg
Vitamin H: 0,02 mg
Vitamin B1: 13 mg
Vitamin B2: 4 mg
Vitamin B3: 40 mg
Vitamin B5: 8 mg
Vitamin B6: 4,3 mg
Vitamin B9: 0,8 mg
Vitamin B12: 0,02 mg

Mineralien
Natrium: 80 mg
Kalium: 1410 mg
Kalzium: 50 mg
Magnesium: 230 mg
Phosphor: 1800 mg
Schwefel: 350 mg
Eisen: 17,5 mg
Zink: 8 mg
Kupfer: 3,3 mg

Bierhefe in der Medizin
Ihr Hauptanwendungsgebiet bei Hund und Katze hat die Bierhefe bei Haut- und Fellproblemen. Früher wurde sie vor allem äußerlich als Umschlag bei schlecht heilenden Wunden und Juckreiz aufgelegt. Heute steht die innerliche Anwendung im Vordergrund. Bierhefe kann verwendet werden bei Ekzemen, Flechten, Pusteln sowie nässenden und juckenden Ausschlägen. Ebenso wirksam ist sie bei Hautpilzerkrankungen. Bierhefe eignet sich auch vorbeugend als Futterzusatz für gesunde Haut und glänzendes Fell.

Aber Bierhefe hat noch ein weitaus größeres Wirkungsspektrum. Sie wird in der Medizin erfolgreich angewendet bei Diabetes (aktiviert die körpereigene Insulin-Produktion) und bei Magen-Darm-Problemen (regt den Stoffwechsel an und reguliert die Bildung der Magensäfte). Ebenso unterstützt sie die Tätigkeit der Darmbakterien, weswegen sie auch gern und erfolgreich zur Darmsanierung nach Antibiotikagaben verwendet wird. Ebenso hilfreich kann Bierhefe bei Konzentrationsschwierigkeiten und zur Stärkung der Nerven sein.

Bierhefe bei Leberproblemen
Ein weiteres Einsatzgebiet der Bierhefe sind Lebererkrankungen. In diesem Bereich wurden bemerkenswerte Erfolge erzielt. Bierhefe unterstützt die Funktion des Stoffwechselorgans und eignet sich hervorragend für Frühjahrs- oder Herbst-Entgiftungskuren. Für ein optimales Arbeiten der Leber sind vor allem die sogenannten lipotrophen Stoffe wie Cholin und das schwefelhaltige Methionin oder Glutathion (ebenfalls schwefelhaltig), der Vitamin B-Komplex sowie das Spurenelement Selen unabdingbar. Diese Stoffe sind in geradezu perfektem Verhältnis in Bierhefe enthalten. Auch bei bereits bestehenden Leberproblemen kann Bierhefe sehr hilfreich sein. Bereits 1947 behandelte der tschechische Arzt Laznicka mehr als 1000 Hepathitis-Patienten ausschließlich mit Bierhefe. Bei keinem der Patienten kam es im Beobachtungszeitraum von 7 Jahren zur gefürchteten Leberzirrhose. Weitere Forschungsarbeiten in diesem Bereich folgten und bestätigten seine Ergebnisse.

Auch finden sich in der Literatur einige Hinweise darauf, dass Bierhefe erfolgreich gegen Flöhe bei Hunden und Katzen eingesetzt wurde. Eindeutige Aussagen sind jedoch nicht vorhanden. Allerdings ist eine Behandlung mit unschädlicher Bierhefe unserer Meinung nach allemal einen Versuch wert.

Neben- und Wechselwirkungen
Neben- und Wechselwirkungen von Bierhefe sind nicht bekannt. Es ist damit auch für Jungtiere und trächtige Hündinnen/Katzen als Nahrungsergänzung geeignet. In sehr seltenen Fällen kann es zu allergischen Hautreaktionen kommen; dann ist das Produkt selbstverständlich sofort abzusetzen. Bei erhöhten Harnsäurewerten kann es hilfreich sein, auf Anraten des Tierarztes oder Tierheilpraktikers das gewählte Bierhefeprodukt mit Vitamin C zu ergänzen.

Empfohlene Literatur:
Felix Just: Der Vitamin B1-Gehalt der Bierhefe, ISBN: B0000BJWL7
Norbert Messing: Heilen mit Bierhefe, ISBN: 392712401X

BITTE BEACHTEN SIE: BIERHEFE ERSETZT NIEMALS DIE TIERÄRZTLICHE BEHANDLUNG! KRANKHEITEN UND VERLETZUNGEN SOLLTEN UNVERZÜGLICH EINEM TIERARZT VORGESTELLT WERDEN!
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